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JAX 2005
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JAX in neuer LocationJAX 2005: europäische Konferenz für Java-Technologien, Industrie & Community von Alexander Neumann und Sebastian Meyen Vom 9. bis 13. Mai 2005 fand in Frankfurt die fünfte JAX - Konferenz für Java, XML und Web Services - statt. Mit über 1.200 Teilnehmern konnte die Konferenz eine Steigerung von 20 Prozent verzeichnen und auch die Zahl der Aussteller ist auf 45 gestiegen. Insgesamt konnten die Besucher aus einer Anzahl von rund 130 Sessions und insgesamt neun Keynotes und Late Talks auswählen - auch das eine neue Höchstmarke für die JAX. Wie in den Jahren zuvor konnten zudem zahlreicheinternationale wie auch nationale renommierte Speaker als Vortragende gewonnen werden. Am neuen Standort der JAX, dem Congress Center im Herzen Frankfurts, herrschte dennoch weniger Gedränge in den Sessions und in der Ausstellung - die Location wurde von der Community mit großer Zustimmung angenommen. Neu an der JAX ist das erweiterte Konzept. Der dreitägigen Hauptkonferenz (10.-12. Mai) wurde am Montag (9. Mai ) als neuer Programmpunkt der Management Day vorangestellt, der parallel zu den etablierten Power Workshops lief. Die 1.200 JAX-Teilnehmer konnten aus insgesamt neun Management-Day- und fünf Mobility-Day-Vorträgen, ca. 130 Sessions, sieben Keynotes, zwei Late Talks sowie insgesamt zehn ganztägigen Power Workshops ihr individuelles Programm zusammenstellen und bekamen dabei die Gelegenheit, sich über aktuelle technologische Entwicklungen zu informieren. Zusätzlich zu den bewährten Tracks der Hauptkonferenz (Enterprise, Web Apps, Web Services, Projekte managen, Modellieren, Paterns und Generieren, Testen und Qualitätsmanagement, Basics, Desktop und XML) gab es zum ersten Mal einen eigenständigen Track zum Thema Eclipse mit nahezu 20 Sessions. Das Programm war im Vorfeld der JAX durch ein Advisory Board zusammengestellt worden, das sich aus den Java Magazin-Autoren Adam Bien, Andreas Holubek und Peter Roßbach sowie Daniel Adelhardt von Sun Microsystems und Java Magazin-Chefredakteur Sebastian Meyen zusammensetzte.Von Montag bis Donnerstag fand zudem die JAX Expo statt, wo die Teilnehmer sich auf zwei Ebenen an den Ständender Aussteller über deren Produkte und Services beraten lassen konnten. Als Aussteller waren u.a. die Sponsoren der JAX IBM, Borland, Compuware, Microsoft, SAP, Sun, BEA, ObjectStore sowie weitere wichtige Unternehmen der nationalen und internationalen Java-Industie vor Ort. Management Day & Eclipse Code Camp ![]() Abb. 1: Bill Curtis auf dem Management Day Am Abend des ersten JAX-Tages lud das Eclipse Magazin zum Eclipse Code Camp bei Pizza und Drinks. Hier leisteten Erich Gamma und sein OTI-Team sowie weitere erfahrene Eclipse Coaches bei kniffligen Fragen zu Eclipse Hilfestellung und die Teilnehmer konnten dabei Gedanken austauschen und Lösungen erarbeiten. So berichteten Teilnehmer auf der JAX-Blogging-Seite, dass sie z.B. ein Eclipse-Plug-in geschrieben hätten, welches Refactorings im JDT auslösen kann. Das soll eines Tages benutzt werden, um im Codegenerator AndroMDA die Änderungen, die ein User im UML-Modell macht, (z.B. Umbenennen eines Modellelementes) auch sofort im generierten wie im handgeschriebenen Code nachzuvollziehen. The Future of Persistence ![]() Abb. 2: Craig Russell während seiner Keynote Im Zeichen von Eclipse ![]() Abb. 3: Total Eclipse Mike Milinkovich, Erich Gamma und Sebastian Meyen am zweiten Abend der JAX Erich Gammas Late Talk Build to Last ging in seinem Late Talk auf die Version 3.1 von Eclipse ein, deren Final Release für diesen Sommer erwartet wird. Nachdem Eclipse nun im Sturm die Herzen und auch die Rechner der Entwickler gewonnen habe, gilt es heute, so Gamma, eine längerfristige Perspektive für das Entwicklungsframework zu schaffen, die auch ein eventuelles Abebben des Hypes in der Zukunft zu überdauern vermag. Auch machte sich Gamma Gedanken, wie sich auf lange Sicht eine vibrierende Developer Community erhalten lässt.Im Mittelpunkt seines Talks stand die Frage, wie lässt sich das Prinzip Flexibilität mit dem Ziel der Dauerhaftigkeit vereinen. In Analogie zur Architektur von Gebäuden, wo die verschiedenen Elemente wie Fundament oder Möblierung von sehr unterschiedlicher Beständigkeit sind, zeigte er auf, wie Eclipse gleichzeitig dauerhaft und wandlungsfähig sein kann. Unsere Plug-in-Architektur ist eigentlich nichts Innovatives. Innovativ daran ist nur, dass wir sie so konsequent durchgezogen haben, bemerkte er, das wichtigste Merkmal für die Zukunftsfähigkeit von Eclipse erläuternd. Auf der anderen Seite habe man das Thema Flexibilität sehr pragmatisch erfasst - Flexibility that matters anstelle von generischer Flexibilität bei jedwedem API. Mehr Keynotes ![]() Abb. 4: Dennis Leung von Oracle ![]() Abb. 5: George Paolini von SAP Weiter ging es mit George Paolini, Gründungsmitglied des Java Community Process, der das Unternehmen SAP, bei dem er Senior Vice President Platform Ecosystem Development ist, als Anbieter sowohl von Solutions als auch einer Plattform für Unternehmensanwendungen präsentierte. Ins Zentrum seiner Darstellung The Killer Platform rückte er die Enterprise Service Architecture (ESA), die als Gravitätszentrum zahlreiche businessrelevante Endpoints wie Storage, branchenspezifische Systeme und auch Netweaver fungiere.Um Kriterien für erfolgreiche Technologien, die sich dauerhaft am Markt etablieren, bemühte er Vergleiche aus der jüngeren IT-Geschichte, wo proprietäre Technologien mit offenen Ansätzen konkurrierten und zumeist das offene, standardbasierte Konzept als Sieger hervorgegangen sei. Warum habe sich nicht Compuserve durchgesetzt, sondern das World Wide Web, obwohl Ersteres jahrelangen Vorsprung besaß? Warum sind nicht herstellerspezifische Tools marktführend, sondern heute Eclipse? Warum habe nicht der Mac das Rennen gemacht, sondern der PC? Und warum gehört nicht ABAP die Zukunft, sondern Java? Diese Lessons from History haben SAP gezeigt, dass ein offener Ansatz auf Dauer deutlich bessere Chancen besitze, sich am Markt zu behaupten, als proprietäre. Merkmale erfolgreicher Technologien seien einfache Verfügbarkeit, Erweiterbarkeit sowie generischer Aufbau bei möglichst hoher Disposition zur Spezialisierung, so Paolini. Als folgenden Programmhöhepunkt gab es dann noch den Late Talk von Prof. Rainer v. Ammon und Daniel Jobst. Die beiden Late Talk-Sprecher vom Institut für Bankinnovationen an der Uni Regensburg gingen auf das momentane Hypethema serviceorirentierte Architekturen (SOA) ein. Web Services, die zugehörigen Techniken und Protokolle, seien bekannt und würden heute bereits in vielen Projekten verwendet. Jedoch handelt es sich beim einfachen Einsatz von SOAP, WSDL & Co. bereits um serviceorirentierte Architekturen (SOA)? Beileibe nicht, wie der Vortrag deutlich machte. Die beiden Late-Talk-Sprecher verdeutlichten anhand eines so genannten Enterprise-Cockpits einer großen deutschen Bank, welche architektonischen Voraussetzungen zu treffen sind, um eine Unzahl heterogener Anwendungen unter einen technologischen Hut zu bringen. Mit feinen Spitzen gegen die Toolanbieter (den Adapter müssen Sie eigentlich nur runterladen, deployen und nach drei Minuten läuft die Legacy-Anbindung) und jeder Menge ironischer Bemerkungen über Buzzwords und Illusionen der Hersteller und Unternehmensmanager lieferten die beiden einen gewinnbringenden Überblick über die Komplexität großer Integrationsprojekte. Eine Ernüchterung aber bleibt: Wenn Sie eine SOA einführen, dann sind Sie am Ende zwar flexibel in Ihrem Unternehmen, brauchen aber mindestens drei Jahre Zeit für deren Einführung.
JAX, 3. Tag ![]() |
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