Projektleiter zum Schmunzeln gebrachtW-JAX/EAKon 2005: europäische Konferenzen für Java-Technologien, Industrie & Community von Andreas Ullmann Die Konferenzen gliederten sich in drei Teile. Am ersten Tag fand der Management Day statt, der vielen Teilnehmern bereits aus dem letzen Jahr bekannt war. Ihm folgte an den beiden darauf folgenden Tagen die Hauptkonferenz. Am ersten sowie am letzten Tag wurden dann noch ganztägige sog. Power Workshops zu Themen wie z.B. Hibernate, Spring, MDA und Eclipse Rich Clients präsentiert. Insgesamt konnten sich die Teilnehmer aus den ca. 50 Sessions, vier Keynotes sowie sieben Power Workshops ihr individuelles Programm zusammenstellen. Die Sessions waren im Vorfeld durch ein Advisory Board ausgewählt worden, das sich aus den Java Magazin-Autoren Bernd Oestereich (Oose.de), Arno Haase (Arno Haase Consulting), Stefan Zörner (IBM ebusiness Innovation Center) und Chefredakteur Sebastian Meyen zusammensetzte. Zu den Sessions gehörten dieses Mal auch zahlreiche Panelsitzungen, sog. BOFs (Bird of the Feathers), bei denen mehrere Speaker auf dem Podium den Teilnehmern zu bestimmten Themen Rede und Antwort standen und auch untereinander teilweise kontrovers diskutierten. Auf der W-JAX-/EAKon konnte man sich zudem bei den Ausstellern über neue Produkte und Dienstleistungen beraten lassen. Als Aussteller waren u.a. die Sponsoren der Konferenz Borland, Microsoft und Compuware sowie weitere wichtige Unternehmen der nationalen und internationalen Java-Industie vor Ort. Auch das Arabella Sheraton Grand Hotel wurde seinem guten Ruf wieder einmal gerecht, auch wenn zuweilen die Kapazität an Teilnehmern an das obere Ende zu stießen schien. Management Day Die Konferenz begann mit dem Management Day, der technologisch weniger in die Tiefe geht und stattdessen eher Projektleiter und Abteilungsleiter ansprechen soll. In den insgesamt sechs Sessions der Speaker Adam Bien, Jutta Eckstein, Matthew Langham, Martina Maier, Bernd Oesterreich umd Bruce Sams konnten die Teilnehmer erfahren, wie man erfolgreich Projekte initiiert oder auch was sich in Java EE-Projekten in der Vergangenheit als Erfolgsfaktor herausgestellt hat und welche Risiken zu beachten sind. Weiterhin wurde der Einsatz von Retrospektiven in Projekten erläutert, die Rolle von Open Source in Projekten durchleuchtet und auch modellgetriebene Softwareentwicklung war immer wieder ein durchgängiges Thema der Vorträge. Adam Bien schaffte das Kunststück, seinen Vortrag "Warum überhaupt über Architekturen nachdenken" so ironisch und zynisch darzustellen, das wohl selbst der tougheste Projektleiter einfach nur schmunzeln musste. Im Abschluss-Panel des Management Day kam es dann zur offenen Diskussion zwischen Teilnehmern und Speakern, bei der deutlich wurde, dass auch die Speaker nicht immer die gleichen Standpunkte vertreten. Hierdurch kam es zum Teil zu sehr interessanten und konstruktiven Kontroversen, die die unterschiedlichen Standpunkte und Ansichten verdeutlichten.
 Abb. 1: Abschluss-Panel des Management Day: Jutta Eckstein, Martina Maier, Bernd Oesterreich, Adam Bien und Sebastian Meyen (v. l. n. r.) Die Hauptkonferenz Nach der Eröffnung startete dann die Hauptkonferenz. Highlights jeder W-JAX-Konferenz sind immer wieder die Keynotes. Die erste Keynote mit dem Vortrag "SOA - und die Microsoft Platform" wurde von Martin Vollmer (Microsoft) gehalten. Es war ein Bild, an das man sich sicher erst gewöhnen muss, denn Vollmer schaffte es, die Ansichten von Microsoft zu SOA der anwesenden Java Community auf wirklich positive Weise näher zu bringen, wie man es in dieser Qualität von Microsoft bislang nicht gewohnt war."Why J2EE projects fail" war der Titel der zweiten Keynote von Rod Johnson, einem der Mitbegründer des Spring Framework. Rod nannte einige Beispiele aus seiner Praxis, warum Java EE-Projekte nicht erfolgreich waren. Er wies zum Beispiel auf die mangelnde Performance von vielen Java EE-Anwendungen hin, die seiner Meinung nach leicht vermeidbar wäre, würde man bereits bei der Architektur und während des gesamten Projektes ein Auge auf die Performance haben. Sich darauf zu verlassen, dass man die Anwendung am Ende noch tunen könnte, hätte sich als unzureichend herausgestellt. Zudem sollte vermehrt darauf geachtet werden, dass die Anwendung auch gut testbar sei, am besten automatisiert.
 Abb. 2: Spring Framework-Kopf Rod Johnson während seiner Keynote Ed Burns Keynote trug den Titel "The past, present, and future of the Java Web Tier". Ed besprach in seinem Vortrag chronologisch und sehr anschaulich die wichtigsten technologischen Neuerungen der Vergangenheit, angefangen in den Siebzigern bis heute, und führte den Zuhörer schließlich bis zur Initiierung der JavaServer Faces (JSF).
 Abb. 3: JSF Specification Lead Ed Burns @ W-JAX Die letzte Keynote hielt Laurent Seraphin von Borland. In seinem Vortrag "Transforming software development into a managed business process" verdeutlichte er Borlands Application Lifecycle-Verständnis im Rahmen eines Tool-gestützten Ansatzes und machte deutlich, dass Borland konsequent den Kurs der Application Lifecycle Mangement-(ALM-)Tools weiter verfolgen wird. Neben Themen wie z.B. AOP, SOA, Security, Persistenz stach ein Thema immer wieder heraus: Spring. Spring hat sich zum ernsthaften Konkurrenten von Java EE gemausert, was durch den provokanten Vortragstitel von Eberhard Wolff "Spring: das neue Java EE?" deutlich auf den Punkt gebracht wurde. Selbst in Sessions, die völlig andere Themen zum Inhalt hatten, wurde immer wieder über Spring gesprochen.
 Abb. 4: Adam Bien, Ivo Totev, Michael Wiedeking und Rainer von Ammon fühlen dem SOA-Hype auf den Zahn. Damit ging eine erfolgreiche Konferenz zu Ende, die traditionell mit einer Verlosung endete. Die Veranstalter moderierten in witziger und legerer Art die Verlosung von Büchern über einen PDA bis hin zu hochwertigen Enterprise-Produkten. Diese Preise konnten die Teilnehmer dann zusammen mit den neu geknüpften Kontakten und ihren nun mit Wissen voll gestopften Köpfen mit nach Hause nehmen. Termine - JAX und Enterprise Architektur Konferenz 2006: 8. bis 12. Mai, Rhein-Main-Hallen, Wiesbaden
- W-JAX 2006: 13. bis 16. November, München
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